Familie und Co.

Bewegte (Familien-)Zeiten – eine Chance für zusätzliche Investitionen?

Alle möchten zum richtigen Zeitpunkt anlegen: Am tiefsten Punkt, also wenn die Börsenkurse den tiefsten Stand erreicht haben, investieren. Das ist verständlich und menschlich. Doch: Die Zukunft kann niemand vorhersagen. Den tiefsten Stand werden wir erst im Rückblick bestimmen können. Allerdings ist der Wunsch diesen Zeitpunkt im Vorfeld zu bestimmten so groß, dass es sogar einen Fachbegriff hierfür gibt: „market timing“. Es wurden bereits umfangreiche Studien dazu erstellt, trotzdem wurde keine tragfähige Methodik gefunden, um den besten Zeitpunkt zu berechnen. Also bleibt es dabei: Die Zukunft lässt sich nicht berechnen und nicht vorhersagen. Der richtige oder gar perfekte Zeitpunkt für einen Einstieg lässt sich nicht bestimmten, genauso wenig wie der perfekte Zeitpunkt zum Ausstieg.

 

Die Zukunft lässt sich nicht berechnen und nicht vorhersagen. Aber: Es ist möglich, Trends und Wahrscheinlichkeiten zu bestimmen und Risiken zu minimieren, z.B. durch „Diversifikation“.

 

Was also tun? Es ist möglich, Trends und Wahrscheinlichkeiten zu bestimmen. Risiken lassen sich reduzieren. Ein sehr wichtiges Instrument dafür ist die „Diversifikation“. Dies bedeutet: Anlagen breit streuen. Dafür sind offene Investmentfonds bestens geeignet. Maximal zehn Prozent eines Fondsvermögens dürfen in ein einzelnes Wertpapier investiert sein.

 

Die Kurskorrekturen bei Aktieninvestmentfonds nutzen Sie am besten, indem Sie monatlich sparen mit einem sog. „Fondssparplan“. Ein solcher Plan bedeutet, dass Sie monatlich in Ihr Fondsdepot einzahlen. Mit der regelmäßigen Einzahlung wird die Anlage auf unterschiedliche Zeitpunkte verteilt. Hierdurch profitieren Sie von den Börsenschwankungen (Volatilität genannt). Nachfolgend finden Sie eine Beispielrechnung, wie es aussieht, wenn Sie mittels eines solchen Sparplans regelmäßig den gleichen Betrag investieren. Dies wird als „Durchschnittskostenmethode“, auch „Cost-Average-System“, bezeichnet.

 

So funktioniert der Durchschnittskosteneffekt – das Cost-Average-System:

Durch den regelmäßigen monatlichen Betrag kaufen Sie in Zeiten niedriger Börsenkurse viele Anteile. Steigen dann die Kurse, so steigt auch der Anteilspreis. Halten Sie als Anlegerin oder Anleger diese Strategie diszipliniert durch, kann ein beträchtlicher Ertrag nach einigen Jahren in Ihrem Depot stehen. Je ausgeprägter die vorübergehende Kurskorrektur, desto höher der zusätzliche Gewinn. Zusätzlich mindern Sie Ihr individuelles Risiko der Anlage.

 

 

Angenommen, es werden monatlich 100 EUR angelegt und das über 5 Monate (damit unsere Liste überschaubar bleibt):

 

Zeitpunkt Anlagebetrag Preis pro Anteil Anzahl neu gekaufter Anteile
1 100 Euro 10 Euro 10
2 100 Euro 8 Euro 12,5
3 100 Euro 5 Euro 20
4 100 Euro 8 Euro 12,5
5 100 Euro 10 Euro 10
Insgesamt investiert: 500 Euro Insgesamt gekaufte Anteile: 65

 

Beim ersten Mal kostet ein Fondsanteil zehn Euro, also kauft die Anlegerin oder der Anleger insgesamt 10 Anteile. Beim zweiten Mal hat der Fonds aufgrund von Marktturbulenzen 20 % verloren, ein Fondsanteil kostet nur acht Euro. Die Anlegerin oder der Anleger erhält also für 100 Euro 12,5 Fondsanteile. Der Fonds fällt weiter im Wert, ein Fondsanteil kostet bei der dritten Tranche nur noch fünf Euro. Für die 100 Euro erhält die Anlegerin oder der Anleger 20 Anteile. Im vierten Schritt kostet der Fondsanteil wieder acht Euro, macht 12,5 Fondsanteile. Im fünften und letzten Schritt steigt der Anteil wieder auf zehn Euro, die Anlegerin oder der Anleger erhält für seine 100 Euro also wieder 10 Anteile. Insgesamt besitzt die Anlegerin oder der Anleger nun 65 Anteile, die einen Wert von 650 Euro haben (65 x 10 = 650).

 

Wenn die Anlegerin oder der Anleger allerdings zu Beginn für 500 Euro Anteile gekauft hätten – also zehn Euro pro Anteil – dann wären im Depot auch nach fünf Monaten immer noch 50 Fondsanteile erhalten. Mit den Fondsanteilen an sich hätten Sie also nichts verdient. Hingegen hätte sich das konsequente Kaufen auch in Schwächephasen bezahlt gemacht.

 

Wenn die Anlegerin oder der Anleger zum Anteilspreis von zehn Euro verkaufen würde, könnte ein Gewinn von 150 Euro realisiert werden.

Würde – in einem weiteren Schritt in der Zukunft – der Anteilspreis auf zwölf Euro steigen, dann wäre sogar ein Gewinn von 280 Euro erzielt worden (siehe Tabelle).

 

Anteilspreis 10 Euro Anteilspreis 12 Euro
65 x 10 Euro = 650 Euro 65 x 12 Euro = 780 Euro
Kapitaleinsatz = 500 Euro Kapitaleinsatz = 500 Euro
Gewinn = 150 Euro Gewinn = 280 Euro


Deshalb unsere Empfehlung:
Wenn Ihre Möglichkeiten dies erlauben, dann fangen Sie JETZT an, mit einem Sparplan zusätzlich zu investieren. Nutzen Sie einen Sparplan mit dem Kostendurchschnittseffekt.