Aktuelles Allgemein Beruf und Leben Blog

Die Schwellenländer und die „Frontier Markets“ (Grenzmärkte)

Bild: Ryutaro Tsukata | Pexels.com

Mit den großen Veränderungen in der Welt, der zunehmenden Vernetzung von Ländern und Kontinenten gibt es interessante, aufstrebende Volkswirtschaften. Zum Teil weisen sie ein höheres wirtschaftliches Wachstum auf, als die Industrieländer mit ihrer etablierten Wirtschaft. Das sind die Schwellenländer, oft auch mit dem englischen Begriff „Emerging Markets“ bezeichnet, die sich durch dynamisches Wachstum, eine wachsende Mittelschicht und fortschreitende Industrialisierung auszeichnen. Zu den Schwellenländern zählen typischerweise China, Indien, Mexiko, Brasilien, Taiwan oder Südafrika und viele mehr. Je nach Definition handelt es sich um eine Gruppe von 10 bis 100 Ländern! Diese Länder bergen jedoch höhere politische und wirtschaftliche Risiken als die Industrieländer. Dies zeigt sich in einer höheren Schwankungsintensität (Volatilität) der Aktienkurse (Risiko) und es bestehen auch Währungsrisiken (oder Chancen). Grundsätzlich sind Aktien in den entsprechenden Ländern aber gut investierbar. Die Vorstufe zu einem Schwellenland ist ein „Frontier Market“-Land. Ein solches Land hat zwar ein solides Entwicklungspotenzial, ist aber in seiner wirtschaftlichen Entwicklung, Infrastruktur und Börsenstruktur deutlich kleiner. Das bedeutet höhere Risiken, wie bspw., dass Großinvestoren die Kurse stark beeinflussen können. Hierzu zählen aktuell Länder wie bspw. Argentinien, Vietnam, Kenia, Nigeria oder Kasachstan. Je nach Definition handelt es sich um eine Gruppe von 24 – 56 Ländern. Wahrscheinlich wird Vietnam im Herbst dieses Jahres zum Schwellenland hochgestuft.

 

Die gute Nachricht: Das Umfeld hat sich spürbar verbessert

Lange Zeit haben die Schwellenländer unter einem starken US-Dollar gelitten, denn dadurch waren Kredite für diese Länder teurer. Zudem floss auch mehr Kapital direkt in die USA, weil der USD so stark war und die Zinsen höher. In manchem Schwellenland geriet die eigene Währung dadurch unter Druck. Mit der Abschwächung des Dollars seit der Amtseinführung von Donald Trump hat sich diese Situation zunehmend entspannt.

Für viele Schwellenländer wurden Schulden in US-Dollar leichter tragbar, während gleichzeitig wieder mehr internationales Kapital in wachstumsstärkere Regionen außerhalb der USA fließt. Der Unterschied bei den Leitzinsen zwischen den USA und anderen Ländern hat sich im gleichen Zeitraum verringert. Hinzu kommt, dass die geopolitischen Veränderungen zu mehr Handel untereinander geführt haben und führen. Dadurch hat sich die wirtschaftliche Entwicklung außerhalb der USA verbessert und die USA verlieren etwas von ihrer bisherigen Sonderstellung an den Kapitalmärkten. Diese Entwicklung wird sich mittel- bis langfristig so fortsetzen. Jedenfalls sehen das viele Analystinnen und Analysten so. Dabei wird auch von einem weiterhin eher stabilen oder sogar schwächeren Dollar ausgegangen. Der schwächere US-Dollar könnte sich dabei als wichtiger Rückenwind erweisen. Aus diesen Gründen rücken Schwellenländer aktuell bei vielen Investorinnen und Investoren wieder stärker in den Fokus.


TIPP: Für langfristig orientierte Anlegerinnen und Anleger sind Schwellenländer interessant, weil dort häufig höhere Wachstumschancen bestehen als in klassischen Industrieländern wie Deutschland oder den USA. Als sinnvolle Ergänzung im Depot und als Beimischung innerhalb einer breit gestreuten Anlagestrategie. Kontaktieren Sie uns gerne, wenn Sie weitere Informationen wünschen.


 

Weiterführende Blogbeiträge:

Der Irankrieg und die Finanzmärkte